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Unternehmen mit Angst vor Blogs, 2. AktRobert Basic reagiert mit ein unterhaltsames, konstruiertes Gespräch, auf die 'besseren Gründe' (d.h. besser als seine 10) um nicht zu bloggen, die ich im letzten Posting formulierte. Als ich mein Kommentar dazu schrieb wurde das gleich so lang, das ich es auch gleich hier posten will: Nicht alle von mir aufgeführte Gründe sind bloss ironisch gemeint. Was für mich wichtig ist an Blogs, ist das Erkenntnis das Blogs nützlich sind für Gespräche und für Vernetzung, sowohl von Inhalt, als auch von Menschen. Die Technologie, CMS extrem leicht gemacht, und die Konzentration auf Mikrokontent, d.h. auf Postings statt auf Webseiten, schafft sehr gute Ausgangspunkte für diese drei Aspekte. Das leichte publizieren lädt ein zum schnell geschriebenen Satz, zum sich nicht endlos überlegen aber direkt schreiben. Die Feedback mittels Kommentar und Trackback bringt die zweite Hälfte des Gespräches zustande. Wenn es also um Gespräche geht, braucht man erstens Gesprächsstoff (und die alten PR-Prospekte auf der statischen Webseiten reichen da nicht), und zweitens Gesprächspartner in den man auch wirklich interessiert ist, mit denen man auch wirklich ins Gespräch kommen will. Und es hilft wenn man neben spass am reden, auch spass am schreiben hat. Gespräche werden ausserdem von Personen geführt, und nicht von Organisationen. Hat man das alles nicht, ist nur die Rede von Broadcasting und das ist schon reichlich vorhanden. Blogs sind wahrscheinlich nicht sehr nützlich, mE, wenn sie Gespräche die schon stattfinden bloss in ein anderes Medium umsiedeln. Sie sind vor allem nützlich wenn man damit neue Gespräche starten kann die sonst nicht oder nur ganz mühsam zu realisieren gewesen wären. Oder wenn man bereits stattfindende Gespräche für eine grossere Gruppe auch interessant sein könnten (z.B. zwei Experten die sich statt bei der Kaffeemaschine sprechen, mal im Blog mit einander Wissenswertes austauschen). Schwierig zu starten Gespräche sind da zum Beispiel Abteilungen die innerhalb einer Firma eher anonym sind, oder im Moment abgeschottet sind von dem Rest der Organisation. Das könnte man durchbrechen wenn man via Blogs nicht versucht Abteilungen mit einander in Kontakt zu bringen, sondern Menschen in diesen Abteilungen. Leute brechen Mauern ab, Organisationen und Systeme nicht, wie uns im November 1989 allen klar wurde. Schwierig zu starten Gespräche sind auch Gespräche mit Firmenunterteilen, oder Kunden in weit entfernten geografischen Lage, oder in anderen Zeitzonen, oder sogar zwischen verschiedenen Arbeitsschichten (z.B. das informelle (b)Logbuch eines Kontrollzentrums eines Kraftwerkes, oder sowas). In solchen Fällen wären Blogs vielleicht angebracht als Tool. Den CIO würde ich nicht überzeugen wollen. Für ihn soll reichen das das alles brutal billig ist. Eher würde ich mich auf den CEO richten, und ihn zeigen wie man mit Blogs plötzlich Gesprächsinhalte auch zur späteren Referenz verfügbar machen kann. Erfahrungen die nicht mit den Mitarbeitern die Firma verlassen. Und zwar im Klartext statt Managementrapportagen in Turbospeak. Vor allem würde ich aber versuchen Abteilungsleiter und Frontoffice-Mitarbeiter zu erreichen. Die Technologie ist so leicht, das mann sich auch auf Abteilungsniveau selbständig entscheiden kann ob man sowas machen will. Einfach tun, es braucht nicht alles zuerst von der Chefetage genehmigt zu werden. Die Angst das was man nicht völlig kontrolliert schief geht gibt es vor allem in der Chefetage, und wehniger am Arbeitsplatz, obwohl auch dort existent. Deshalb ist mein Beispiel von der Dean Wahlkampagne sicherlich kein schlechtes: es ist eine Geschichte wie man lernen kann das wenn man zuerst etwas gibt (in diesem Falle die 100%-ige Kontrolle über die Botschaft) man nicht nur Chaos erntet aber Erfolg. Update: sehe auch dieser Beitrag von Common Craft (gefunden via Roland Tanglao) Permalink | TrackBackComments
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